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Am 31. Januar fanden die diesjährigen Bezirkshallenmeisterschaften statt. Veranstalter war der TSV Sondelfingen, Austragungsort die Oskar-Kalbfell-Halle in Reutlingen. Trotz einiger Absagen waren so viele Lustnauer Spielerinnen am Start, dass zum ersten Mal vier Teams gestellt werden konnten. Da in drei Gruppen gespielt wurde, kam es bereits in der Vorrunde zum vereinsinternen Aufeinandertreffen von Lustnau I und II.

Aus Lustnauer Sicht eröffnete aber die Dritte das Turnier und erzielte gegen die Sgm TSV Dettingen / Neuhausen Ermstal durch Rebecca Rinas auch das erste Lustnauer Tor des Tages. Leider fingen sie sich noch zwei Gegentore ein, zeigten aber dennoch einen guten Auftakt. Direkt danach kam es zum vereinsinternen Duell. Im Stadtpokal Anfang Januar hatte die Erste mit 1:0 die Oberhand und auch diesmal war dies der Endstand. Das Tor des Spiels erzielte Leonie Weber nach einem schönen Solo. Weitere gute Möglichkeiten konnte Katharina Fellendorf im Tor der Zweiten vereiteln. Der erste Auftritt der Vierten endete torlos gegen den TSV Sondelfingen II.

Bei ihrem zweiten Auftritt hatte die Dritte gegen den SV Unterjesingen keine wirkliche Chance. Nachdem der SVU gleich die erste Möglichkeit zur Führung nutzte, fuhren sie immer wieder schnelle Konter, die ihnen noch drei weitere Treffer einbrachten. Emmi Tigges im Tor verhinderte dabei noch weitere Gegentreffer.

Anschließend konnte die Erste ihren nächsten 1:0-Sieg verbuchen. Gegen den TSV Ofterdingen erarbeiteten sie sich eine Chance nach der anderen, blieben aber immer wieder in der Ofterdinger Abwehr hängen oder verzogen. In der siebten Minute konnte aber einmal mehr Leonie Weber ihre Technik ausspielen und traf zum entscheidenden Tor.

Danach trat wieder die Zweite an, diesmal gegen den TV Derendingen – die allerdings mit einer Auswahl ihrer Zweiten am Start waren. Nach sechs Minuten Spielzeit lief Maria Oelkrug allein auf die Torhüterin zu und versenkte den Ball nervenstark. Nachdem Josephin Kloß eine Ecke so geschickt ausführte, dass die Derendinger Torhüterin den Ball selbst ins Tor lenkte, war das Spiel bereits entschieden. Von weiteren Chancen konnte noch die letzte genutzt werden: Lea Binder schob den Ball sechs Sekunden vor Ende überlegt zum 3:0 ins Eck.

Im folgenden Spiel musste die Vierte gegen den SSV Reutlingen antreten, bleib aber nach der ersten Möglichkeit durch Vreni Schmid ohne größere Chance gegen den Tabellenersten der Regionenliga und kassierte drei Gegentore, eines davon durch die ehemalige Lustnauerin Lara Reichert.

Das folgende Spiel der Dritten gegen die favorisierten Spielerinnen aus Sondelfingen entwickelte sich zu einem der denkwürdigsten Spiele des Turniers, denn den spielerisch überlegen Landesligakickerinnen stand ein aufopferungsvoll kämpfendes Lustnauer Team gegenüber, die im fortschreitenden Spiel immer mehr an sich glaubten, und die überragende Emmi Tigges im Tor ihre Gegnerinnen zum Verzweifeln brachte. Es benötigte einen Strafstoß nach einem unglücklichen Handspiel in der letzten Minute, um sie zu bezwingen. Dass die Sondelfingerinnen anschließend noch einen Konter verwerten konnten, fiel dann nicht mehr ins Gewicht. Damit ging nicht nur das Spiel verloren, sondern auch die Möglichkeit, ins Viertelfinale einzuziehen.

Das nächste Spiel der Ersten gegen den TV Derendingen war eine klare Sache. Bereits in den ersten 45 Sekunden gab es drei Großchancen zu verzeichnen, die freilich allesamt vergeben wurden. Doch der TSV-Express rollte weiter unbarmherzig auf das Derendinger Tor zu und es kam in den letzten fünf Minuten zu den großen Leonie Weber-Festspielen, als sie vier Treffer in Folge erzielte. Damit standen der Gruppensieg und der Einzug ins Viertelfinale fest.

Dahin wollte auch die Zweite, benötigte aber einen Sieg gegen den TSV Ofterdingen. Und der gelang durch einen Treffer von Josephin Kloß nach schöner Kombination über Melina Klinger und Johanna Heiss. Den Sieg festhalten konnte Torhüterin Katharina Fellendorf zehn Sekunden vor Ende. Somit war das Viertelfinale erreicht.

Der Modus wollte es, dass die Vierte ein Qualifizierungsspiel gegen den TSV Ofterdingen bestreiten konnte, um doch noch ins Viertelfinale einzuziehen. Und es fing gut an: Zwar konnte die Ofterdinger Torhüterin einen Schuss von Juliette Heberle noch abwehren, aber Vreni Schmid staubte überlegt ab. Doch die Ofterdingerinnen konnten nach einem Ballgewinn im Mittelfeld ausgleichen und kurz darauf auch in Führung gehen. Die Schlussphase gehörte wieder Lustnau, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.

Damit waren Lustnau III und Lustnau IV aus dem Turnier, aber beide Teams hatten über weite Strecken gute Leistungen gegen höherklassige Teams gezeigt und können damit insgesamt durchaus zufrieden sein!

Im ersten Viertelfinale mit Lustnauer Beteiligung traf die Erste auf den TSV Ofterdingen. Einmal mehr war Lustnau I das deutlich überlegene Team und konnte dies auch in Tore ummünzen. Das 1:0 erzielte Anouk Edimo per Nachschuss, Ofterdingen kam erst weit nach der Hälfte der Spielzeit zum ersten Torschuss. Danach dribbelte sich einmal mehr Leonie Weber durch und passte auf Anouk Edimo, die ihr zweites Tor im Spiel erzielte. Zwei Minuten vor Schluss ließ sie das dritte folgen, nachdem sie von Alexis Lickfett freigespielt wurde. Lustnau I hatte damit das Halbfinale erreicht.

Konnte die Zweite des TSV Lustnau gegen die Ermstaler Spielgemeinschaft nachfolgen? Melina Klinger trat in der zweiten Minute einen Freistoß so hart vors Tor, dass er von einer Abwehrspielerin nur noch ins eigene Tor abgefälscht werden konnte. Kurz darauf konnte Lea Binder nachlegen – und hatte anschließend noch mit einem Pfostenschuss Pech. Den Treffer zum 3:0 erzielte Melina Klinger mit einem trockenen Schuss. Weitere Chancen blieben ungenutzt, der Sieg war niemals in Gefahr.

Somit standen beide verbliebenen Lustnauer Teams im Halbfinale und beide Spiele waren nichts für schwache Nerven. Das erste Halbfinale bestritt die Erste gegen den SV Unterjesingen. Es wurde das schwächste Spiel der Lustnauerinnen an diesem Tag gegen clevere Unterjesingerinnen, die das Spiel lange Zeit neutralisieren konnten und erst nach fünf Minuten die erste Lustnauer Chance durch Paula Alber zuließen. Und nicht nur das: Nach einem Missverständnis in der Lustnauer Abwehr ging der SVU sogar in Führung. Lustnau konnte die leichte spielerische Überlegenheit lange Zeit nicht sinnvoll nutzen und es bedurfte einmal mehr der Dribbelkünste einer Leonie Weber, die sich in der letzten Minute gegen alle Gegnerinnen inklusive Torfrau durchsetzte und so ihr Team ins Sechsmeterschießen brachte. In diesem traf sie auch sogleich mit dem ersten Schuss, und es folgte der Auftritt von Johanna Burkhard, die die ersten beiden Unterjesinger Schüsse von der Linie kratzte. Da zwischendurch Lisa Loreck zum 2:0 traf, hatte Anouk Edimo bereits die Vorentscheidung auf dem Fuß. Nervenstark und ohne Anlauf zimmerte sie den Ball zum 3:0 ins Netz. Danach traf auch Unterjesingen, aber Lisanne Epple nutzte ihre Chance und brachte ihr Team ins Finale.

Und wiederum stellte sich die Frage, ob die Zweite nachziehen könnte. Mit dem SSV Reutlingen trafen sie auf einen schweren Gegner, der sich von Beginn an ein Chancenplus erarbeitete. Auch Lustnau hatte Möglichkeiten, jedoch nahmen in der zweiten Hälfte des Spiels auf beiden Seiten die Ungenauigkeiten zu. In der letzten Spielminute hatten beide Teams noch Großchancen, die aber vergeben wurden, sodass es auch im zweiten Halbfinale ins Sechsmeterschießen ging. Reutlingen hatte den ersten Schuss und konnte durch Lara Reichert in Führung gehen. Jil Presland hingegen traf nicht, Lustnau war also unter Zugzwang. Die nächsten jeweils drei Schützinnen – auf Lustnauer Seite Lea Binder, Katharina Fellendorf und Melina Klinger – verwandelten sicher und somit war klar: Trifft Reutlingen den letzten Schuss, stehen sie im Finale. Und so kam es auch, was bedeutete, dass Lustnau II nur das Spiel um Platz 3 gegen Unterjesingen erreicht hatte.

Und in diesem Spiel waren beiden Teams die Enttäuschung anzumerken, denn es plätscherte etwas vor sich hin. So war es vielleicht sogar gut, dass Unterjesingen in Führung ging, denn dadurch erwachte der Lustnauer Kampfgeist wieder. Nachdem die Unterjesinger Torhüterin wegen Handspiels außerhalb des Strafraums zwei Minuten vom Feld musste, konnte Josephin Kloß die zahlenmäßige Überlegenheit nach Zuspiel von Melina Klinger zum Ausgleich nutzen. Danach passierte nicht mehr viel und das nächste Sechsmeterschießen dämmerte schon am Horizont. Doch darauf hatte Josephin Kloß keine Lust. Mit einer Energieleistung setzte sie gegen mehrere Gegnerinnen durch und traf sieben Sekunden vor Schluss aus schwierigem Winkel ins kurze Eck. TSV Lustnau II belegte somit den dritten Platz.

Im Finale standen sich TSV Lustnau I und SSV Reutlingen gegenüber – eine durchaus gerechte Paarung. Konnte Reutlingen den vierten Turniersieg der Lustnauerinnen in Folge verhindern? Von Beginn an zeigte sich Lustnau als das bessere Team und ging schon früh durch Alexis Lickfett, die einen Pass der Reutlinger Torhüterin abfing, in Führung. Dies spielte Lustnau natürlich in die Karten, die das Spiel daraufhin weitestgehend im Griff hatten. Doch das beruhigende 2:0 wollte nicht fallen und Reutlingen blieb im Konter gefährlich. Die Entscheidung fiel in der vorletzten Minute: Paula Alber setzte sich auf links durch und passte in den Strafraum, wo Lisanne Epple das letzte Tor des Turniers erzielte.

Somit hatte Lustnau den Titel erneut verteidigt. Dazu der dritte Platz der Zweiten und die überzeugenden Spiele der Dritten und Vierten: Ein guter Tag für den Lustnauer Frauenfußball!

TSV Lustnau I: Johanna Burkhard – Paula Alber, Anouk Edimo (3 Tore), Lisanne Epple (1), Hannah Guhl, Lea Henes, Alexis Lickfett (1), Lisa Loreck, Leonie Weber (7).

TSV Lustnau II: Katharina Fellendorf – Lea Binder (2), Johanna Heiss, Melina Klinger (1), Josephin Kloß (3), Maria Oelkrug (1), Jil Presland.

TSV Lustnau III: Emmi Tigges – Leijla Bisevac, Katharina Fernandez, Ronja Hauber, Jana Laupp, Rebecca Rinas (1), Leah Wenzelburger.

TSV Lustnau IV: Sophia Kaiser – Celina Aßmann, Veronica Bachteler, Hannah Franz, Juliette Heberle, Lana Schäfer, Vreni Schmid (1).

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